DIE REISEBERICHTE VOM SULZBERGER-TEAM
Wir führen regelmässig Studien- und Rekognoszierungsreisen durch, damit Sie von nützlichen und aktuellen Informationen profitieren können. Unsere Erlebnisse - für Sie zum Mitlesen!Erfahrungsbericht von Jonas Sulzberger anlässlich einer 4-tägigen Inforeise mit Prima Ferien nach Südengland im September 2026
Sechs Destinationen. Drei Nächte. Zwei Fährfahrten. Römische Bäder, Street Art, Kathedralen, Pubs, Strand, Kreidefelsen und Queen Victoria.
Klingt nach Reiseprogramm mit eingebautem Schleudertrauma.
War es aber erstaunlicherweise nicht.
Was mich an diesen vier Tagen am meisten überrascht hat: Wie komplett unterschiedlich sich diese Orte anfühlen – obwohl man nie wirklich weit fährt. Und wie viel England man in ein verlängertes Wochenende packen kann, wenn man Freitag hin- und Montag zurückfliegt.
1. Bristol – Banksy, Hafen und einmal quer durchs Empire futtern
Bristol hatte ich vor der Reise nicht unbedingt ganz oben auf meiner England-Liste.
Fehler.
Die Stadt hat rund eine halbe Million Einwohner und wirkt jung, kreativ und angenehm ungeschliffen. Banksy stammt aus Bristol – und entsprechend gehört Street Art hier nicht in eine hübsch definierte Ecke der Stadt, sondern einfach dazu. Manche Murals ziehen sich über ganze Hausfassaden und -blöcke. Natürlich zeigen einem die Stadtführer auch Werke des berühmtesten anonymen Künstlers der Welt.
Spannend fand ich auch den wilden Baumix. Der Zweite Weltkrieg hat in Bristol grosse Lücken hinterlassen – und entsprechend stehen heute historische Gebäude, Nachkriegsarchitektur und moderne Bauten teilweise ziemlich selbstverständlich nebeneinander.
Und dann ist da der Hafen.
Eine kleine Bootsrundfahrt ist meiner Meinung nach eine der besten Möglichkeiten, Bristol kennenzulernen. Vom Wasser aus versteht man plötzlich viel besser, wie stark der Hafen die Stadt geprägt hat. Genau so startete übrigens auch unser erster Abend.
Kulinarisch kann man sich in Bristol zudem einmal quer durch die ehemaligen britischen Kolonien futtern: Karibik, indischer Subkontinent und vieles mehr.
Mein Tipp für den Abend ehrt aber trotzdem der britischen Küche: Harbour House. Britische Klassiker, modern eingerichtet, gemütliche Atmosphäre und direkt am Wasser. Würde ich sofort wieder machen.
2. Bath – Römer, Walkie-Talkies und eine ordentliche Portion England-Romantik
Von Bristol ist es nur ein Katzensprung nach Bath – und plötzlich befindet man sich gefühlt in einem komplett anderen England.
Die berühmten Roman Baths kann man leider nicht selber benutzen. Wahrscheinlich besser so.
Die Besichtigung fand ich trotzdem überraschend interessant. Der Eintritt ist begrenzt, jeder bekommt seinen eigenen Audioguide und kann im eigenen Tempo durch die Anlage ziehen. Kein Guide, der 45 Minuten lang vor einer Säule referiert. Kein Gruppengeschwätz. Sehr angenehm.
Danach: raus und einfach laufen.
Bath ist kompakt und übersichtlich. Besonders rund um den Circus und den Royal Crescent bekommt man genau jene gepflegte England-Romantik geliefert, die man sich vorher im Kopf ausgemalt hat.
Elegante Häuserzeilen, Grünflächen, schöne Türen, gepflegte Fassaden.
Very British. Very pretty.
Und ja: sehr fotogen.
3. Salisbury – Kathedrale, Kunst und drei Pubs später...
Salisbury ist nochmals anders.
Das unübersehbare Wahrzeichen ist die Kathedrale mit dem höchsten Kirchturm Englands. Wir hatten bei unserem Besuch zusätzlich Glück: An diesem Samstagnachmittag fand gerade eine Segnung von Vierbeinern statt.
Kirche kann also durchaus unterhaltsam sein.
Wer danach kulturell noch nicht ausgelastet ist, hat einige Möglichkeiten. Im offiziellen Programm standen unter anderem Mompesson House, Salisbury Museum und Arundells zur Auswahl.
Ich hätte noch eine Alternative:
Fisherton Mill.
Eine sympathische Kreativstätte mit Kunst, Bildern und schönen Dingen, die teilweise tatsächlich bezahlbar sind. Also nicht nur «Galerie anschauen und ehrfürchtig wieder hinauslaufen».
Oder man widmet sich einem anderen wichtigen Teil der britischen Kultur:
Dem Pub.
Meine kleine Salisbury-Auswahl: King's Head für etwas Tuchfühlung mit der eher roughen lokalen Crowd. The New Inn fürs gemütliche Höckeln unter tiefen Decken und zwischen viel dunklem Holz. Und The Bell & Crown, wenn es dazu noch Live-Musik sein darf.
Forschungsreise eben.
4. Bournemouth – manchmal braucht es einfach Strand und Party
Unser Timing hätte kaum besser sein können.
Samstagabend. Bournemouth.
Nach Bristol, Bath und Salisbury war nun Schluss mit römischer Geschichte, Kathedralen und hübschen Häuserfassaden.
Bournemouth bedeutet Strand, Bars, Nachtleben und Leute, die offensichtlich nicht vorhaben, früh ins Bett zu gehen.
Perfekt.
Gerade wenn man in einer Gruppe unterwegs ist, findet man hier ziemlich garantiert seinen Spass. Und tagsüber gibt es tatsächlich richtiges Beachlife dazu.
Dass unsere Reise genau hier die Samstagnacht vorsah, war deshalb eine ziemlich gute Idee. Das offizielle Programm formulierte es zwar etwas gesitteter als «Nachtessen & Übernachtung in Bournemouth».
Wir haben das Nachtleben als ü40 alle sehr genossen.
5. Isle of Wight – spektakuläre Aussicht und königliches Rasenschläfchen
Am nächsten Morgen ging es von Lymington mit der Fähre nach Yarmouth auf die Isle of Wight. Später führte die Route via Osborne House und East Cowes wieder zurück aufs Festland.
Die Überfahrt dauert knapp eine Stunde – und schon ist man wieder in einer komplett anderen Welt.
Die Insel ist angenehm kompakt. Von der Fläche her ungefähr in einer Grössenordnung, die für uns Schaffhauser durchaus vertraut wirkt (tatsächlich ist die Isle of Wight mit der Grösse des Kanton Schaffhausens vergleichbar).
Mein landschaftliches Highlight waren The Needles.
Die Fahrt mit dem Chairlift hinunter Richtung Meer ist spektakulär. Noch besser wird es, wenn man anschliessend ein Stück auf dem Coastal Path läuft. Kreidefelsen, Meer, Wind und diese typisch südenglische Küstenlandschaft – grossartig.
Am Nachmittag stand Osborne House auf dem Programm, der ehemalige Sommersitz von Queen Victoria.
Das Anwesen ist wunderschön. Besonders beeindruckt hat mich der alte Baumbestand.
Und wer nach dem Mittagessen zu schläfrig ist, um sich noch konzentriert königliche Gemächer anzusehen?
Der Rasen eignet sich ebenfalls hervorragend für einen Aufenthalt.
Ich habe das überprüft.
6. Winchester – klein, hübsch und ein perfekter Abschluss
Winchester war für mich die kleine Perle zum Schluss.
Von der Grösse her ungefähr vergleichbar mit der Stadt Schaffhausen (35'000 Einwohner), lässt sich das Zentrum wunderbar zu Fuss erkunden.
Am Morgen besuchten wir die Great Hall mit dem berühmten runden Tisch von König Artus. Danach: einfach der High Street entlang und treiben lassen.
Drei Tipps von mir:
Bei GAIL's eines der belegten Brötli schnappen.
Im Royal Oak ein Bier trinken. Das Pub erhebt den durchaus selbstbewussten Anspruch, das älteste Englands zu sein.
Und unbedingt einen Blick ins Westgate Guest House werfen: wunderschönes Gastro-Pub mit gerade einmal zehn Gästezimmern. Genau so ein Ort, bei dem man spontan denkt: Eigentlich könnte ich auch noch eine Nacht bleiben.
Ging leider nicht.
Unser Flug wartete.
Und Stonehenge? Einfach kurz anhalten.
Das vielleicht Absurde an so einem Südengland-Roadtrip:
Selbst weltberühmte Sehenswürdigkeiten können plötzlich zum beiläufigen Zwischenstopp werden.
Auf dem Weg von Bath Richtung Salisbury lässt sich mit entsprechender Routenplanung noch ein Fotostopp bei Stonehenge einbauen.
Aussteigen. Foto machen. Weiterfahren.
Ganz ohne Eintritt.
Mein Fazit:
Südengland funktioniert hervorragend als verlängertes Wochenende
Natürlich könnte man an jedem einzelnen dieser Orte länger bleiben.
Aber genau das war für mich der Reiz dieser Reise: Sechs komplett unterschiedliche Destinationen in nur drei Nächten.
Bristol ist urban, kreativ und multikulturell. Bath elegant und historisch. Salisbury gemütlich und very British. Bournemouth liefert Strand und Nachtleben. Die Isle of Wight Natur und Küste. Winchester wiederum ist der hübsche, kompakte Abschluss.
Und das Ganze liegt erstaunlich nah beieinander.
Besonders praktisch aus Schweizer Sicht: Der Direktflug zwischen Zürich und Bristol macht die Region sehr einfach erreichbar. Unser Programm begann am Freitagnachmittag mit dem Flug nach Bristol und endete am Montag wieder in Zürich.
Freitag hin. Montag zurück.
Dazwischen vier Tage ziemlich viel England.
Und mindestens ein sehr erholsames Schläfchen auf königlichem Rasen.
Reisen nach Südengland sind übers Reisebüro Sulzberger/Prima Ferien buchbar











