DIE REISEBERICHTE VOM SULZBERGER-TEAM

Wir führen regelmässig Studien- und Rekognoszierungsreisen durch, damit Sie von nützlichen und aktuellen Informationen profitieren können. Unsere Erlebnisse - für Sie zum Mitlesen!
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Studienreise Französisch/Niederländische Antillen und ABC-Inseln
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Skiing the Wild West
Unsere Gruppenreise nach Usbekistan - ein Rückblick

Reisebericht von Susan und Marc Sulzberger anlässlich einer eigens durchgeführten VIP-Gruppenreise im Juni 2026

Tag 1 – Unser erster Tag in Usbekistan

Unser Abenteuer in Usbekistan beginnt! Nach der Landung in Taschkent werden wir herzlich von Davron empfangen und zu unserem Hotel gebracht. Die ersten Eindrücke? Freundliche Gesichter, ungewohnte Schriftzeichen und die Erkenntnis, dass wir tatsächlich mitten in Zentralasien angekommen sind.

Nach dem Frühstück steht zunächst Erholung auf dem Programm schliesslich müssen sich Körper und Geist erst einmal mit der neuen Umgebung und der Zeitverschiebung anfreunden.

Um 13 Uhr treffen wir wieder unseren Reiseleiter Davron. Bei einem gemütlichen Apéro lernen wir uns gegenseitig kennen und versuchen, uns die vielen neuen Namen zu merken. Schnell wird klar: Diese Gruppe wird nicht nur gemeinsam reisen, sondern auch gemeinsam lachen.

Frisch gestärkt starten wir zur ersten Entdeckungstour durch Taschkent. Unser Weg führt uns zum beeindruckenden Hazrati-Imam-Komplex. Dort begegnen wir Bauwerken aus dem 16. Jahrhundert, die schon standen, als bei uns noch niemand von Smartphones, WLAN oder Selfie-Sticks träumte. Wir bestaunen das Mausoleum von Kaffal al-Shashi, die Barak-Khan-Medrese und die Tilla-Scheich-Moschee.

Ein besonderer Höhepunkt erwartet uns in der Medrese Muyi Muborak. Hier wird ein wahrer Schatz aufbewahrt: ein Exemplar des Heiligen Korans aus dem 7. Jahrhundert, das Kalif Osman zugeschrieben wird. Ehrfürchtig betrachten wir die kostbare Handschrift und die zahlreichen Koranausgaben in verschiedenen Sprachen.

Danach tauchen wir in das genaue Gegenteil von Stille ein: den Chorsu-Basar. Hier pulsiert das Leben. Zwischen Bergen von Gewürzen, frischem Obst, Nüssen und kunstvoll gefertigtem Handwerk werden alle Sinne gleichzeitig gefordert. Der Duft von Kreuzkümmel und frischem Brot liegt in der Luft. Direkt nebenan lockt der Food-Basar. Hier wird probiert, geschnuppert und fotografiert.

Im Hotel Usbekistan, einem ehrwürdigen Zeitzeugen vergangener Jahrzehnte holen wir endlich nach, was uns den ganzen Tag gefehlt hat: Ein wohlverdienter Apéro mit einem kühlen Bier oder einem Glas Wein.

Den Abend verbringen wir auf der Terrasse eines ausgezeichneten Restaurants. Bei einem hervorragenden Nachtessen geniessen wir nicht nur die usbekische Küche, sondern auch die angeregten Gespräche in unserer bestens aufgelegten Reisegruppe

Nach diesem ereignisreichen und eindrucksvollen ersten Tag machen sich die Reisestrapazen dann doch bemerkbar. Zufrieden, satt und voller neuer Eindrücke kippen wir schliesslich müde ins Bett. Nun freuen wir uns auf die nächsten Abenteuer.

    

Tag 2 – Kunst, Wüste und Geburtstagsfeier auf Usbekisch

Nach einer kurzen Nacht mit 4-5 Stunden Schlaf standen wir wieder um 05.45 Uhr in der Lobby um den 07.15 Maschine von Air Uzbekistan nach Nukus zu erreichen.

Nach der Ankunft unternehmen wir die Fahrt ins Museum. In Nukus erwartet uns ein ganz besonderer Höhepunkt: das berühmte Sawitzki-Museum mit seiner aussergewöhnlichen Sammlung russischer Avantgardekunst. Diese Sammlung, die weltweit zu den bedeutendsten ihrer Art zählt, überrascht umso mehr, da man sie an einem so abgelegenen Ort kaum vermuten würde. Das Museum vereint nicht nur Werke des russischen Avantgardes, sondern auch einzigartige Zeugnisse zentralasiatischer Kunst und Kultur.

Nachher geht es zu den alten Festungen von Choresmien in Ellikkala Region. Wir fahren zur Festung Ajas-Kala, einer auf einem Hügel gelegenen Verteidigungsanlage mit atemberaubendem Blick über die Weiten der Wüste. Wir essen in einer Yurte Ayas Kala, ruhen uns aus und machen eine kleine Siesta. Da es um die 39 Grad heiss ist, gehen nur einige Richtung Festung Ayas Kala.

Am Nachmittag erreichen wir schliesslich Chiwa – eine Stadt, in der die Geschichte an jeder Ecke lebendig wird. Nach dem Check-in im Hotel Farovon fahren wir ins Zentrum von Chiwa um die besondere Atmosphäre dieses märchenhaften Ortes zu erleben. Ein Spaziergang durch die engen Gassen und das Abendessen in einem traditionellen Restaurant mit Blick auf die alten Minarette und das langsame Eintauchen in die Magie eines milden Abends machen diesen Tag unvergesslich. Das Essen ist hervoragend und einheimische Gäste feiern einen Geburtstag, wo wir gleich mitmachen durften. Es wurde richtig gefeiert. Der Abschluss in einem Biergarten hat diesen speziellen Tag abgerundet und so kippten wir auch wieder diese Nacht im Hotel Farovon müde ins Bett.

        

Tag 3 – Chiwa

Nach dem Frühstück tauchten wir bei einem geführten Rundgang in die faszinierende Museumsstadt Chiwa ein. Anhand einer Karte der legendären Seidenstrasse erfuhren wir zunächst Spannendes über die Geschichte dieser einst bedeutenden Oasenstadt. Schnell wurde deutlich: In Chiwa erzählt nahezu jede Mauer ihre eigene Geschichte.

Zu den ersten Höhepunkten gehörten das beeindruckende Kalta-Minor-Minarett und die Festung Kohna Ark, die einst den letzten Khanen von Chiwa als Residenz diente. Im Münzhof und in der Sommermoschee konnten wir uns lebhaft vorstellen, wie hier vor Jahrhunderten regiert, gehandelt und Hof gehalten wurde.

In der ehemaligen Medrese von Muhammad Rahimchan II. erhielten wir interessante Einblicke in die wechselvolle Geschichte der letzten beiden Jahrhunderte. Anschliessend besuchten wir das Mausoleum von Pahlawan Mahmud, den berühmtesten Schutzheiligen Chiwas. Neben der prachtvollen Architektur faszinierte besonders die Legende vom „heiligen Wasser", dem wundersame Kräfte nachgesagt werden.

Die Dschuma-Moschee mit ihren 213 kunstvoll geschnitzten Holzsäulen machten sie zu einem Meisterwerk islamischer Baukunst. Jede Säule ist ein Unikat gewissermassen die handgeschnitzte Version von Individualität lange vor dem digitalen Zeitalter.

Für einen kleinen sportlichen Höhepunkt des Tages sorgten Gaby und Bruno. Sie wagten den steilen und engen Aufstieg auf den Aussichtsturm Ak Sheikh Bobo. Die schmalen Stufen verlangten etwas Kondition und Mut, doch die Mühe wurde mit einem herrlichen Panoramablick über die Altstadt und zahlreichen Fotomotiven belohnt und auch geteilt.

Die anschliessende Mittagspause in einem usbekischen Restaurant kam gerade recht. Bei Temperaturen von weit über 40 Grad wurde selbst gemütliches Schlendern zur schweisstreibenden Angelegenheit. Daher gönnten wir uns eine wohlverdiente Siesta im Hotel. Die Klimaanlage wurde an diesem Nachmittag vermutlich von allen Teilnehmern als grösste technische Errungenschaft der Neuzeit gebührt.

Am Abend besichtigten wir den prächtigen Palast Allakuli Khan mit seinem Empfangshof, Gerichtshof und Harem. Die kunstvollen Verzierungen und die eindrucksvolle Architektur vermittelten einen Eindruck vom einstigen Glanz des Khanats.

Den perfekten Abschluss des Tages erlebten wir auf einer wunderschönen Terrasse. Bei einem Glas Wein beobachteten wir den feuerroten Sonnenuntergang über den Mauern Chiwas. Dazu genossen wir ein ausgezeichnetes Abendessen, begleitet von usbekischer Musik und traditionellen Tanz mit besonderen athletischen Einlagen von Walter, Bruno und Dominik. Ein stimmungsvoller Ausklang eines erlebnisreichen Tages, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

    

Tag 4: Aufbruch nach Buchara – Durch die Wüste zur Seidenstrassen-Perle

Nach einem köstlichen Frühstück im Hotel brechen wir auf in Richtung Buchara. Die Route führt uns entlang uralter Handelswege durch die Kysylkum-Wüste („Roter Sand"), eine 200.000 km² grosse Kies- und Sandlandschaft im Herzen des Turan-Tieflands. Die Wüste, die sich über Usbekistan, Turkmenistan und Kasachstan erstreckt, war einst Schauplatz unzähliger Karawanen auf der Seidenstrasse. Begleitet wird die Fahrt vom mächtigen Amudarja (antiker Name: Oxus), dessen Wasser heute in der Wüste versickert, bevor es den einstigen Aralsee erreicht.

Ein Höhepunkt des Tages: ein traditionelles Mittagessen bei der Familie von Davrons Frau. Gemäss usbekischer Gastfreundschaft bringen wir selbst Fladenbrot (Non) mit. Die Familie empfängt uns herzlich in einem extra für uns hergerichteten Raum. Wir essen gemeinsam am Boden, unterstützt von zusätzlichen Kissen für unsere „degenerierten alten Knochen". Der Schwiegervater, ein wahrer Grillmeister, verwöhnt uns mit zarten Fleischspiessen, die er perfekt zubereitet.

Die Wüstenlandschaft, durch die wir fahren, wirkt wie eine Zeitreise: Weite Sanddünen, die einst von Händlern durchquert wurden, verleihen der Fahrt eine fast mystische Atmosphäre.

Am späten Nachmittag erreichen wir Buchara, eine der bedeutendsten Oasenstädte der Seidenstrasse. Hier geniessen wir in einem familiengeführten Restaurant ein traditionelles Plov. Auch an diesem Abend gehen wir sehr müde ins Bett.

    

Tag 5 – Buchara: Zwischen Geschichte, Hitze und Fussballfieber

Nach dem Frühstück um 08.00 Uhr in unserem traditionell gestalteten Hotel machten wir uns auf den Weg zur Besichtigung der Altstadt von Buchara. Da die Temperaturen bereits am Morgen hoch waren und für den Nachmittag wieder unerträgliche Hitze angekündigt wurde, beschlossen wir, einen Teil der Besichtigungen bereits am Vormittag zu absolvieren und über Mittag eine längere Siesta einzulegen.

Unser erster Halt war das Mausoleum von Ismail Samani, dem Begründer der Samaniden-Dynastie im 9. Jahrhundert. Das Bauwerk gilt als eines der bedeutendsten Meisterwerke frühislamischer Architektur und beeindruckte durch seine schlichte Eleganz und die kunstvollen Ziegelornamente.

Direkt anschliessend besuchten wir das Mausoleum Tschaschma Ayub. Dort befindet sich eine Quelle mit heiligem Wasser, die noch heute von zahlreichen Pilgern aufgesucht wird. Gleich daneben liegt ein orientalischer Basar, dessen geschäftiges Treiben einen spannenden Einblick in den Alltag der Stadt vermittelt.

Weiter ging es zur eindrucksvollen Bolo-Hauz-Moschee, die wegen ihrer hölzernen Säulen auch als „Moschee mit 40 Säulen" bekannt ist. Das harmonische Zusammenspiel von Holzschnitzereien und farbenfrohen Verzierungen machte diesen Ort besonders sehenswert.

Vor der Mittagspause besichtigten wir den Palast der letzten Emire von Buchara. Die weitläufige Anlage erzählt von einer Zeit voller Macht, Reichtum und höfischer Pracht und bildet einen faszinierenden Kontrast zur sonst eher bescheiden wirkenden. Bei einer Teepause in einem Teppichhaus bewundern wir die Knöpfarbeit und werden kurz in die Welt der Teppiche eingeführt.

Höhepunkt war der berühmte Poi-Kalon-Komplex mit dem imposanten Kalon-Minarett aus der Karachanidenzeit, der gewaltigen Kalon-Moschee und der bis heute aktiven Medrese Mir-i-Arab. Die monumentalen Bauwerke zeugen von der einstigen Bedeutung Bucharas als religiöses und kulturelles Zentrum Zentralasiens.

Anschliessend bewunderten wir die prachtvollen Medresen von Ulugbek und Abdulasischan. Ihre filigranen Mosaike, kunstvollen Kachelverzierungen und reich geschmückten Fassaden gehören zu den schönsten Beispielen islamischer Baukunst, die wir auf unserer Reise bisher gesehen haben.

Während unseres Rundgangs warfen wir zudem einen Blick in die historischen Handelsgewölbe und die alten Hamams, die einst das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Stadt prägten.

Am Abend erwartete uns ein ganz besonderer Anlass. In einer restaurierten Karawanserei nahmen wir an einer kombinierten Folklore- und Modeschau mit Abendessen teil. Traditionelle Musik, farbenprächtige Tänze und die Präsentation usbekischer Stoffe sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Doch damit war der Tag noch nicht zu Ende. Heute spielte Usbekistan gegen Portugal an der Fussball-Weltmeisterschaft. Hoch über den Dächern von Buchara konnten wir die Begeisterung der Einheimischen hautnah erleben.

So endete ein abwechslungsreicher Tag voller Geschichte, Kultur und lebendiger Gegenwart ein weiterer unvergesslicher Tag in der faszinierenden Stadt Buchara.

    

Tag 6: Buchara

Nach dem Frühstück setzen wir unsere Besichtigungen ausserhalb der Altstadt fort. Zunächst fahren wir zur Sommerresidenz der letzten Emire von Buchara, dem Sitorai Mohi Hossa. Der Name bedeutet „Palast wie Mond und Sterne", und tatsächlich vereint die Anlage auf beeindruckende Weise orientalische und europäische Architekturelemente zu einem Ensemble voller Pracht und Eleganz.

Da mehrere Teilnehmer der Gruppe unter Magenverstimmungen leiden, probieren einige von uns ein angeblich bewährtes usbekisches Hausmittel: ein Glas Wodka mit einem Teelöffel Salz. Die Mischung ist ausgesprochen gewöhnungsbedürftig und sorgt eher für gequälte Gesichter als für Begeisterung. Dennoch hoffen alle Betroffenen, dass dieses „Geheimrezept" seine Wirkung entfaltet.

Anschliessend besuchen wir den Komplex Bahauddin Naqschbandi. Die spirituelle Anlage umfasst mehrere Mausoleen und Gebetsstätten. Im Mittelpunkt steht das Grab des hochverehrten Sufi-Meisters Bahauddin Naqschband, des Begründers der nach ihm benannten Bruderschaft im Sufismus. Bis heute gilt dieser Ort als eines der bedeutendsten spirituellen Zentren Zentralasiens.

Auf dem Rückweg zur Altstadt machen wir Halt an der charmanten Medrese Tschor Minor, die Anfang des 19. Jahrhunderts von einem turkmenischen Kaufmann erbaut wurde. Die vier markanten Türme verleihen dem Bauwerk seinen unverwechselbaren Charakter und machen es zu einem der bekanntesten Fotomotive Bucharas.

Mittags erreichen wir den beliebten Labi-Hauz-Komplex. Rund um ein grosses Wasserbecken gruppieren sich drei historische Gebäude. Der Platz ist ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher und strahlt besonders in den Abendstunden eine entspannte Atmosphäre aus.

Am späten Nachmittag besuchen wir die Ark von Buchara, auch Ark-Zitadelle genannt. Die gewaltige Festungsanlage ist das älteste archäologische Denkmal der Stadt. Archäologen datieren ihre Ursprünge auf das 4. bis 3. Jahrhundert v. Chr. Bis zum Jahr 1920 diente die Ark als Residenz und Regierungssitz der Emire von Buchara. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten innerhalb der Festungsmauern mehr als 3.000 Menschen. Die Zitadelle war eine regelrechte „Stadt in der Stadt" mit Palästen, Moscheen, Verwaltungsgebäuden, einem Thronsaal, einer Münzstätte und sogar Gefängnissen.

Den Abend lassen wir schliesslich im Restaurant Old Buchara ausklingen. Das Essen ist, wie schon an den Vortagen, ausgezeichnet. Bei einem letzten Absacker auf der Terrasse beobachten wir eine ausgelassene Geburtstagsfeier. Zahlreiche junge Frauen tanzen zu den Klängen eines DJs und sorgen für eine fröhliche Stimmung. So endet ein erlebnisreicher und rundum gelungener Tag in Buchara.

      

Tag 7 – Von Buchara nach Samarkand

Nach dem Frühstück steht der Vormittag zur freien Verfügung. Eine ideale Gelegenheit, um die letzten Eindrücke von Buchara zu geniessen, Souvenirs zu kaufen oder nochmals gemütlich durch die verwinkelten Gassen der Altstadt zu schlendern. So wird noch einiges eingekauft, bereits Bekanntes ein weiteres Mal besichtigt und auch manches Neue entdeckt.

Zum Mittagessen treffen wir uns im Labi House, mitten in der Altstadt von Buchara. Während unser Fahrer bereits mit unserem Gepäck nach Samarkand unterwegs ist, wählen wir das bequemere Verkehrsmittel: den Afrosiyob-Hochgeschwindigkeitszug.

Der Afrosiyob wurde vom spanischen Hersteller Talgo entwickelt und gebaut. Er nahm im September 2011 den Betrieb auf der Strecke zwischen Taschkent und Samarkand auf und verbindet heute auch Buchara mit den wichtigsten Städten des Landes. Besonders auffällig sind die kurzen Wagen und die spezielle Radaufhängung: Die Räder befinden sich jeweils zwischen zwei Wagen, wodurch der Zug leichter gebaut werden kann und besonders ruhig fährt.

Um 15.09 Uhr verlassen wir Buchara mit dem Schnellzug und erreichen Samarkand um 16.53 Uhr eine angenehme und komfortable Reise.

In Samarkand werden wir herzlich empfangen und zu unserem Hotel gebracht. Dort begrüsst uns Fuzuliy, unser Partner in Usbekistan, mit einem Glas Wein. Ein herzliches Dankeschön gilt ihm auch für die liebevolle Aufmerksamkeit, die er auf unser Zimmer bringen liess.

Ein Apéro auf der Dachterrasse mit einem wunderschönen Sonnenuntergang bildet den perfekten Abschluss dieses Reiseabschnitts.

Zum Nachtessen sind wir bei einer usbekischen Familie eingeladen. Heute stehen traditionelle Teigtaschen auf dem Speiseplan. Unter fachkundiger Anleitung versuchen wir uns selbst am Füllen und Formen wahlweise mit Fleisch oder Gemüse. Das Essen schmeckt ausgezeichnet.

Während des gemeinsamen Essens erfahren wir viel über das Zusammenleben einer usbekischen Familie und ihre Traditionen. Mit grossem Interesse hören wir den Erklärungen zu. Dieser herzliche Einblick in den Alltag der Menschen macht den Abend zu einem ganz besonderen Erlebnis und bleibt uns sicherlich lange in Erinnerung.

    

Tag 8 - Samarkand

Nach dem Frühstück beginnen wir unsere Stadtbesichtigung in Samarkand. Unser erster Besuch gilt dem beeindruckenden Schahi-Sinda-Ensemble, einer der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Das Schahi-Sinda-Ensemble ist eine der wichtigsten historischen Nekropolen Zentralasiens. Sein Name bedeutet „Der lebende König" und bezieht sich auf Kussam ibn Abbas, einen Cousin des Propheten Mohammed, der im 7. Jahrhundert den Islam in diese Region brachte und hier begraben sein soll.

Der Komplex entstand über einen Zeitraum von nahezu neun Jahrhunderten, vom 11. bis zum 19. Jahrhundert. Die meisten der heute mehr als zwanzig kunstvoll verzierten Bauwerke insbesondere die Mausoleen der Timuriden-Dynastie und weiterer hochrangiger Persönlichkeiten stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Die filigranen Mosaike und die prachtvollen türkisfarbenen Kuppeln hinterlassen bei uns einen bleibenden Eindruck.

Anschliessend führt uns unsere Erkundung zur Bibi-Chanum-Moschee, einem Meisterwerk aus der Zeit Timurs. Danach bummeln wir über den benachbarten Basar und tauchen in das lebendige orientalische Flair ein. Natürlich werden auch zahlreiche Mitbringsel und Geschenke für die Lieben zu Hause und nicht zuletzt für uns selbst ausgesucht und gekauft.

Vor dem Abendessen besuchen wir das El-Merosi-Theater. Dort erwartet uns eine faszinierende Vorführung traditioneller usbekischer Nationaltrachten, begleitet von Musik und Tanz. Wir sind alle begeistert von dem Auftritt der Tänzerinnen und ihren prachtvollen, farbenfrohen Kostümen.

Am Abend erleben wir schliesslich das berühmte Registan-Ensemble in seiner stimmungsvollen Beleuchtung. Das Herzstück Samarkands und eines der bekanntesten Wahrzeichen der Seidenstrasse wird von drei prachtvollen Medresen aus dem 15. und 17. Jahrhundert eingerahmt. Die monumentale Architektur und die kunstvollen Verzierungen entfalten im Lichterglanz eine ganz besondere Atmosphäre.

Zum Abschluss des Tages treffen wir Fuzuliy mit seiner ganzen Familie. Gemeinsam mit seiner sehr netten Frau und den drei Kindern verbringen wir einen gemütlichen Abend auf der herrlichen Terrasse unseres Hotels.

Die gesamte Gruppe geniesst das gesellige Beisammensein, und da unsere Zimmer nur wenige Schritte entfernt liegen, können wir den erlebnisreichen Tag ganz entspannt ausklingen lassen.

 

Tag 9 - Abschied von Samarkand

Nach dem Frühstück besichtigen wir das berühmte Ulugbek-Observatorium – die erste Sternwarte des Orients, gegründet von Ulugbek, dem Enkel Timurs. Hier erhalten wir faszinierende Einblicke in die wissenschaftlichen Leistungen der islamischen Welt im 15. Jahrhundert.

Anschliessend besuchen wir das berühmte Registan-Ensemble bei Tageslicht. Es gilt als das beeindruckendste architektonische Wahrzeichen der historischen Seidenstrasse und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der einst sandige Hauptplatz wird von drei monumentalen, prachtvoll verzierten Medresen (Koranschulen) aus dem 15. bis 17. Jahrhundert eingerahmt.

Die Ulugbek-Medresse (1417–1420) ist die älteste der drei Medresen. Sie wurde vom Astronomen und Herrscher Ulugbek erbaut. Das kunstvoll mit Sternen verzierte Eingangsportal spiegelt seine grosse Leidenschaft für die Astronomie wider.

Die Scherdor-Medresse (1619–1636), deren Name «Löwenhaus» bedeutet, ist berühmt für ihre aussergewöhnlichen Darstellungen von tigerähnlichen Löwen und Sonnenmotiven – eine Seltenheit in der islamischen Kunst.

Die Tillakori-Medresse (1646–1660) ist die jüngste der drei Medresen. Ihr Name bedeutet «goldbedeckt» und verweist auf die prachtvolle, mit Blattgold verzierte Innenkuppel der Moschee.

Danach besichtigen wir das Museum sowie die traditionelle Papiermanufaktur Meros im Dorf Konigil. Seit Jahrhunderten wird hier nach alter Handwerkskunst Papier aus den Zweigen des Maulbeerbaums hergestellt.

Am späten Nachmittag besuchen wir ein Weingut. Dort haben wir die Möglichkeit, zehn verschiedene regionale Weine und Brandys zu degustieren. Die Begeisterung unserer Gruppe betreffend der Qualität der Weine hielt sich dabei allerdings eher in Grenzen.

Den letzten Abend unserer Reise lassen wir bei einem Apéro und einem stimmungsvollen, ausgezeichneten Abschiedsessen auf der Dachterrasse unseres Hotels ausklingen.

    

  

Reisen nach Usbekistan sind übers Reisebüro Sulzberger buchbar


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